10 Basics für Airbrush

Moin,

Airbrush ist keine Hexerei und für einfache, tolle Effekte muss man kein Künstler sein! Wenn man am Anfang etwas Geduld hat und nicht versucht „schnell-schnell“ zu machen, eröffnet diese Technik ganz neue Möglichkeiten für die Tortendekoration.

Ich möchte euch mit diesem Beitrag und der dazugehörigen Video-Serie auf meinem YouTube-Kanal den Einstieg in diese tolle Technik zum Torten dekorieren erleichtern. Ich möchte euch die Scheu nehmen und kann euch das Thema nur ans Herz legen, denn es macht soo viel Spaß!

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1. Airbrush-Pistolen – SingleAction vs. Double-Action

Es gibt verschiedene Arten von Airbrush-Pistolen. Zwei davon sind besonders erwähnenswert, da sie am häufigsten vorkommen.

Starten wir mit der Single-Action! Unter Single-Action versteht man, dass sich die Farbmenge an einer Stelle der Pistole einstellen lässt und mit dem Knopf, meist auf der Oberseite der Pistole, lediglich die Luftmenge regulieren kann.

Bei den Double-Action-Pistolen, die es genau wie die Single-Action von unterschiedlichen Herstellern gibt, ist das Prinzip etwas anders. Zwar lässt sich durch Drücken des Knopfs die Luftmenge, die die Pistole aus dem Kompressor nimmt regulieren, aber der Knopf oder eigentlich besser Bedienhebel hat noch eine weitere Funktion. Der Hebel lässt sich nicht nur nach unten drücken, sondern auch nach hinten ziehen. Diese Bewegung erfordert etwas Fingerspitzengefühl, reguliert dabei aber die Farbmenge, die durch die Düse ausgegeben wird. Somit kann man während des Sprühens individuell die Intensität der Farbe und den Luftdruck regulieren und erhält gestalterisch ganz andere Freiheiten, als bei der Arbeit mit der Single-Action-Pistole.

Eine weitere und mir so auch nur im Bereich der Torten Dekoration bekannte 3. Variante wurde unter dem Namen „Dinkydoodle“ veröffentlicht. Die Technik dieser Pistole ist mit der Single-Action vergleichbar, denn der Hebel hat nur eine Funktion. Beim „Dinkydoodle“ wird permanent die Luft rausgepustet und der Hebel dient zur Regulierung der Farbmenge. Gerade Anfänger kommen meiner Erfahrung nach besser mit dem „Dinkydoodle“ zurecht.

2. Die Qual der Wahl geht weiter!

Bei den Pistolen gibt es generell große Unterschiede in der Qualität. Pistolen für Einsteiger werden häufig in Sets angeboten und werden erstmal völlig ausreichen. Allerdings lassen sich mit diesen Pistolen – egal ob Single- oder Double-Action – keine feinen Details herausarbeiten. Einzelne Airbrush-Pistolen von guter Qualität fangen so bei 100,00 Euro an.

Aber es gibt noch weitere Punkte, die bei der Wahl der richtigen Pistole eine Rolle spielen.

Werfen wir mal einen Blick auf die Farbbehälter, also dem Teil an der Pistole, wo die Farbe hinzugegeben wird. Hier unterscheidet man Fließbecher-Pistolen und Saugbecher-Pistolen.

Bei den Fließbecher-Pistolen ist ein Trichter auf der Oberseite der Pistole angebracht, der die Farbe von oben in die Pistole fließen lässt. Neben offenen Trichtern habe ich hier auch schon Pistolen gesehen, die ein Gefäß auf den Trichter aufschrauben lassen. Entscheiden ist hier, dass die Farbe in den Luftstrom fließt.

Die Saugbecher-Pistole hingegen hat einen meist aus Glas gefertigten Behälter, der von unten an der Pistole befestigt wird. Durch einen Stutzen wird die Farbe in den Luftstrom gesaugt und so an die Düse weitergegeben. Der Saugbecher ist vor allem dann zu empfehlen wenn man großflächig mit dem gleichen Farbton sprühen möchte und eine große Farbmenge benötigt.

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3. Der Kompressor – wem wird denn gleich die Luft ausgehen?

Das Equipment besteht aber nicht nur aus der Aibrush-Pistole. Es bedarf auch eines Kompressor, da ansonsten auch der besten Pistole, die Luft fehlt.

Hier gibt es ebenfalls eine große Auswahl, auch was die Preise angeht. Die kleineren Modelle eignen sich sehr gut, da man sie schnell zur Hand hat. Die Preise liegen hier bei ca. 100,00 Euro, inkl. Pistole und gehen hoch auf mehrere hundert Euro nur für den Kompressor.

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Wer nicht nur mal eben schnell was sprühen möchte, sollte darauf achten, dass der Kompressor mit einem Wasserabscheider ausgestattet ist. Bei großen Geräten, befindet er sich im Gerät, bei kleineren meist im Luftschlauch. Doch keine Angst, gerade wer schon einen Kompressor besitzt und damit auch zufrieden ist. Abscheider kann man nachrüsten.

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4. Farbwechsel kinderleicht? Na klar!

Das Wechseln der Farben während des Arbeitens mit dem Airbrush ist tatsächlich kinderleicht. Meine Devise und das wisst ihr spätestens seit den „7 Dingen, die man beim Torten dekorieren vermeiden sollte“ ist sauberes Arbeiten! Und da schließt sich auch der Kreis. Für ein sauberes Arbeiten empfehle ich noch die Anschaffung eines Reinigungstopfes für Airbrush. Darin lässt sich die Farbe „aussprühen“ und man kann anschließend bequem mit der nächsten bzw. anderen Farbe weitermachen.

Ein Tipp an dieser Stelle: Arbeitet immer von hell nach dunkel! Nicht allein wegen der Deckkraft der Farben sondern auch wegen der Pistole. Der Rest einer hellen Farbe macht sich bei der darauf folgenden dunklen Farbe weniger bemerkbar als andersrum.

Wer – gerade am Anfang – noch nicht in einen Reinigungstopf investieren möchte, dem empfehle ich eine aufgehängte Plastiktüte. Hier solltest Du nur bitte darauf achten, dass die Tüte keine Löcher hat. 😉

Ein Reinigungstopf kostet nicht die Welt und ist auch immer eine prima Geschenkidee für Zwischendurch.

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5. Sprühnebel und wie man sich und seine Küche schützen kann!

Der Sprühnebel bei der Arbeit mit Airbrush ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr für dich, dein Outfit und deine Küche! Der Sprühnebel ist sehr fein und auf den ersten Blick sieht man ihn nicht an Kleidung Wänden, Schränken etc. – aber er ist da!

Spätestens beim nächsten Wischen wirst Du die Farbe wieder finden. Daher am besten nur in der Küche sprühen, Türen geschlossen halten und auf lange Sicht in eine Absauganlage investieren.

Für ein paar kleine Torten hier und da, bietet sich auch diese Alternative an, die aber unbedingt unter eine Dunstabzugshaube stehen sollte, denn sonst macht sie keinen Sinn!

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6. Farben – ach ja da war noch was…

Flüssigfarben lösen Fondant auf und schmelzen den Zucker. Flüssigfarben machen Fondant klebrig! JA – das stimmt, ABER beim Airbrush sieht das Thema etwas anders aus!

Für den Einsatz mit der Airbrush-Pistole empfehle ich definitiv die Verwendung von flüssigen Lebensmittelfarben.

Gel- und Pastenfarben müsste man verdünnen und aufgrund ihrer Bestandteile sind sie auch nicht so gut geeignet. Puderfarben bestehen aus kleinen Farbpigmenten. Man könnte sie mit Alkohol oder Wasser auflösen, jedoch muss man darauf achten, dass die Pigmente die Düse der Pistole nicht verstopfen. Ihr seht – keine wirklichen Alternativen.

Die flüssigen Farben werden nicht konzentriert und direkt auf den Fondant aufgetragen. Es legt sich lediglich der bereits angesprochene Sprühnebel auf die Oberfläche, was für den Fondant kein Problem darstellt. Intensive Farben, die ja durchaus reizvoll und gewollt sind, erzielt man indem man mehrere Lagen sprüht und die einzelnen Farbaufträge trocknen lässt. Sonst kann es nämlich doch passieren, dass sich der der Fondant auflöst oder benutzte Schablonen, Papier oder anderes an der Oberfläche kleben bleibt.

7. Die Handhaltung

Zur Handhaltung habe ich euch ein Video auf meinem YouTube Kanal eingestellt. Hier zeige ich euch neben der richtigen Haltung der Pistole, auch worauf ihr beim Brushen sonst noch achten müsst. Das Video findet ihr auf meinem Kanal bei YouTube oder direkt über den folgenden Link: https://youtu.be/FXPcDGFJRww.

YouTube: Airbrush Basics - Die Handhaltung

8. Halte stets dein Airbrush sauber!

Nach getaner Arbeit sollte die Airbrush-Pistole stets vernünftig auswaschen werden. Gerade bei den flüssigen Lebensmittelfarben empfiehlt sich das ausspülen der Pistole unter fließendem warmem Wasser. So wäschst du die Farbreste aus dem inneren des Pistolengehäuse. Erst wenn sich das Wasser im Becken nicht mehr färbt sind auch keine Farbreste mehr in der Pistole.

Wartet man mit dem Auswaschen zu lange, dann trocknen die Farbreste in der Pistole und dann kann man sie nur noch mühsam oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr vollständig aus dem Inneren entfernen. Im Zweifel hilft auch das Einlegen in warmes Wasser nichts mehr.

Von Zeit zu Zeit sollte die Pistole gründlich gereinigt werden. Hierzu verwende ich hochprozentigen, klaren Alkohol. Hierzu einfach die Pistole auseinander bauen und die einzelnen Teile mit dem Alkohol abwaschen.

Das empfindlichste Teil der ganzen Airbrush-Pistole ist die Nadel, die sich in der Pistole befindet. Diese ist in verschiedenen Stärken erhältlich und je feiner die Nadel ist, desto feiner sind auch die Striche die man damit brushen kann. Jedoch sollte man immer darauf achten, dass die Nadel nicht verbiegt oder die Spitze beschädigt wird.

9. Der perfekte Untergrund – Fondant was sonst?

Der strahlend weiße Fondant von Carma, mein Haus- und Hof-Fondant Massa Ticino Tropic in weiß. Der Fondant von Massa lässt sich nur nur kinderleicht zum Eindecken verwenden, sondern eignet sich auch bestens als Untergrund für eure Airbrush-Kunstwerke. Die weiße „Leinwand“ bringt die Farben perfekt zur Geltung und die gerade mit Airbrush erzielbaren Effekte kommen hierauf besonders gut.

Ich persönlich empfehle gerade am Anfang immer auf „Fondant-Platten“ zu brushen. Die Topper lassen sich bequem auf die eingedeckte Torte auflegen oder daran befestigen und verhindern, dass man sich beim „versprühen“ die komplette Torte ruiniert.

Ein Tipp zur Arbeit mit Schablonen. Achte besonders zu Beginn darauf, dass die Schablonen nicht über die Kanten der Torte liegen.

10. Meine Empfehlung zur Ausstattung

Ist eigentlich relativ schnell gesagt: Für Einsteiger und Wenig-Sprüher empfehle ich das Set von Dinkydoodle, damit hast du ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und eine solide Grundlage. Für alle, die schon ein Set haben und aufrüsten wollen, allen denen es Spaß macht diese Technik zu perfektionieren – schau´ nach einer Double-Action-Pistole, die gut in der Hand liegt und wo du das Gefühl hast, die Qualität und das Material sind ihren Preis wert. Sprüh damit ohne Farbe um den Druck und die Düse zu testen und mach im Zweifel vom Rückgaberecht gebrauch.

Ihr seht ein Airbrush ist nur zum Einfärben der Torte viel zu schade. Fangt einfach mal auf Papier an und spielt mit dem Gerät – ihr werdet es nicht bereuen.

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